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Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
49
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I.THeil. iZler Brief.

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mit dich andere nicht vor demüthiger anse-hen; wie auch, weil leichtlich eine Gewohn-heit draus werden kann, daß man öfterswohl unvermerkt sich ärmer und elender aus-drücket, als man sich inwendig erkennet,und also wider die Einfalt handelt. Daes dabeneben in solchen Zuständen überhauptnicht dienlich ist, sich viel auszulaßen, undderHErr es auch gar gerne flehet, daß seineHandlungen in und mit unserer Seele nichteinem jeden kund werden. Dieses erinnereich ohne besondere Absicht: denn, was an-geher, daß du mir davon geschrieben, solchesist mir angenehm, und ich glaube nicht, daßes dem HErrn mißfalle, ob ich gleich dirwenig zu dienen weiß.

Wir Habens uns, leider! selbst über denHals geholt, daß wir so viel Unreines in-und an uns sehen und fühlen mäßen. Vor-hin haben wir mit Lust und Willen dasBöse gechan; Jetzt mäßen wir eben dasmit Schmerzen und Unwillen leiden, undwissen uns selbst nicht zu helfen, oder zu be-wahren: ja, wann wir uns bisweilen durchmenschliche Vorsichtigkeit und eigene Wirk-samkeit bewahren wollen, so machen wir indiesem Stand oft eine bloße Versuchung,oder Gedanken, zur wirklichen Sünde.Nicht wollen sündigen; der Sinn ist nöthig.Die Sünde fürchten, ist auch gut. Aber,sich selbst vor der Sünde wollen bewahren,solches ist Vermessenheit; sonderlich, wannErst.B.l-TH. D die