4g Geistliche Briefe.
lein vom zrten Oktober ist mir angenehm,)a erbaulich gewesen; und es scheinet ausdeinem Letzteren , daß du dich bis noch zu soarm und unbequem befindest. Mich dunkt,lieber Bruder! ich habe Mitleiden mit dir,und wünsche von Herzen, daß der getreu«GOtt in diesem engen und wichtigen Durch-gang seine Augen über dir offen haltenmöge, daß du am rechten Ende mögest durch-kommen , um durch das dürre Jammerthalendlich bei GOtt in Zion anzulangen.
Glaube mir! wann ich dir einfältig undnach der Wahrheit von meinem Zustandschreiben oder sagen sollte, oder könnte, eswürde öfters viel jämmerlicher lauten: undvielleicht ist dieses das Beßte, womit ich dichtrösten kann in deinem Elend, wann ich sage,daß ich mich in mir selbst ja so elend, schwachund untüchtig befinde, als du. Wenn ichbisweilen guten Freunden gelegenhcirlich eiaWörrlein davon gesagt, so glaubte manmirs nicht; sondern einige, wie ich merkte,meynten gar, es käme nur aus einem Grundder Demuth her, daß ich von meiner Ar-mut!) sprach; weswegen ich nun davon schweige,und in der Stille zusehen muß, daß andereoft weit bessere Gedanken von mir haben, alsich mich befinde bei mir selbst.
Und, wenn ich dir, lieber Bruder! rathensollte, so würde ichs auch eben nicht für dien-lich achten, stäts und gegen jederman viel vondeinem armen Zustand zu sagen; theils, dar
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