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Geistliche Briefe.
viel äußere Stille und Aufmerksamkeit aufuns selbst haben: hierin ist viel Vergangs.Es gehet uns oft wie denen, die am hitzigenFieber liegen, und wegen Verwirrung iniHaupt von ihrem eigenen Zustand bisweilenwenig rechtes wissen.
Deßwegen, damit wir in die wahre gött-liche Gleichmüthigkeit gelangen, mäßen wiruns, dünkt mich, sehr in acht nehmen, daßwir uns keines äußeren Dinges oder Bege-benheit zu sehr annehmen, als wodurch oft allesin uns so durch einander geworfen und ver-wirret werden kann, daß die Natur von derGnade, der äußere vom inneren Menschennicht mehr können unterschieden werden; daßman dann nicht weiß, woran man sich haltensoll, wie einer, der den Schwindel im Kopshat. Ferner, so mäßen wir uns treulich üben,durch GOttes Gnade, im inneren Gebeth, oderEinkehr, und uns die dazu nöthige Zeit ohneerhebliche Ursachen nicht rauben laßen. Durchdas wahre innere Gebeth werden wir mehr ausallem Sichtbaren und aus uns selbst gelangen,welches eben das Land der Veränderlichkeitist, und werden nach und nach in uns ent-decken einen sehr edlen, stillen, lauteren Grunddes Gemütbs, der nicht nur mit allen Ver-änderlichkeiten der äußeren Welt, sondernauch mit allen Abwechslungen unsers seelischenMenschen (daß ich so rede) keine Gemeinschaftbat, da aberGOtt und die stille Ewigkeit sichoffenbaret. Wen GOtt dahin gebracht hat,
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