Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
28
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S8

Geistliche Briefe.

einiger Zeit ein Brieflein von mir erwartethast: wenigstens dauchte mir, ich müßteschreiben, und sollt ich auch sonst nichts, alsdm Gruß vermelden. Ich denke doch, esmag auch dem HErrn wohl nicht mißfälligseyn, was so in der Einfalt geschieht,maßen durch ein kleines Schreiben noch wohlunser Gemüth beiderseits erinnert und erwecketwird, einer des andern vor dem Gnaden-thron zu gedenken, und gleich als Hand anHand nach dem hohen Ziel und Kleinodunserer himmlischen Berufung fortzuschreiten,nämlich zu unserer völligen Heiligung undWiedervereinigung mit GOtt, durch dasunverrückte Glaubensankleben an den HErrn,und die beständige Absteckung alles Geschaf-fenen, durchseine entfließende Gnaden - undLicbeskrast.

Wie so köstlich wäre es, geliebte Schwe-ster ! wenn wir in diesem einmal gezeigtenWeg und Werk alle unsere Augenblicke undalle unsere Kräfte verzehreten, und nachdiesem edlen Ziel, bei der stätigen Annäherungder Ewigkeit, auch unabläßig fortgchen, undimmer näher kommen möchten! Gewißlich!wer nicht mit stillem Gemüth in GOttesGegenwart genaue Wache halt, und viel imGeist und Wahrheit bethet, der verschwendetnicht allein manche kostbare Augenblicke mitunnöthigen Dingen, sondern er muß auchunfehlbar in seinem Laus gehindert, verfinstertund geschwächet werden. Ach! hätten wir

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