Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
22
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rr Geistliche Briefe.

geschlossenen Augen hingeben möchtet, damiter nach Leib und Seel, ja in Zeit und Ewig-keit mit euch und alle dem Euren handlenach seinem gnädigsten Wohlgefallen. Unddieses war die Ursache, warum wir euch aufder andern Seite die Größe der göttlichenErbarmung suchten vor Augen zu stellen, nachwelcher es weder an seinem Willen noch anseiner Macht fehlen kann, euch und uns allenaus allein Verderben unsers Herzens zu ver-helfen, zur ewigen Verherrlichung seiner freienGnade.

Wollet ihr, geliebte Freundinn! einwendeneuere begangene Sünden und Untreuen; wol-let ihr einwenden die unglaubliche Verkehrt-heit eures Herzens, und eure entsetzliche Un-empfindlichkeit bei diesem allem, sammt dergroßen Macht des Satans über euch? Sostimme ich euch solches alles zu. Ich glaube,ja ich weiß, daß ihr mehrere und schwerereSünden auf eurem Gewissen habt, als ihrwohl bekannt habt: die Verdorbenbeiteneures Herzens sind auch mehr und größer,als ihr selber noch wisset; auch die Bandedes Satans hart genug.

Allein, leget das ewige Göhnblut JE!»gegen eure begangene Sünden über; diekraftigwirkende Gnade seines Geistes gegeneuer Verderben; und seine göttliche Ge-walt gegen alle Macht des Feindes aufdie Wagschale, und sehet dann, welchesvon beiden das Uebergewicht behalten werde?

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