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Bd. 1 = Th. 1 (1798)
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6 Geistliche Briefe.

denthür des Allerhöchsten erbettle»; theilsauch, weil (damit ich in obigem Gleichnißbleibe) wir der Speisen, bevorab wenn siekräftig sind, bald überdrüßig werden, und andenselben einen Ekel bekommen, wenn wir keinBrod dazu nehmen. Die Kreuz - und Ver-läuqnungslehre des HErrn JEsu, ist gleich-falls für die verderbte Natur eine starke Speise;so daß, wie beherzt wir es auch immer imAnfang angreifen mögen, selbige uns doch inder Länge gewiß zu mächtig und zu bitter wer-den wird; wo sie nicht durch die Uebung desstäten Gebetbs gemildert und versüßet wird.Ich verstehe aber in dieser letzten Absicht durchdas Gebet!) nicht so sehr, nur das Bitten,Verlangen und Begehren der Seele, um diesesoder jenes von GOtt zu erlangen; sonderneine jede Beschäfftigung unsers Geistes undGlaubens mit GOtt und göttlichen Vorwür-fen , und insgemein dasjenige, was in derSchrift ein Wandel vorGDrr und in seinerGeaenrvarr genannt wird. Dieses Grund-stück und edle Kleinod des wahren Christen-thums möchte ich euch, geliebte Freundin»! gernüber alles andere anpreisen, weil selbiges, wennes recht verstanden und geübet wird, alle an-dere, und auch die drei obgemeldte Stücke,schon mit in sich fasset. Und gleichwie iches höchst nöthig für mich erkenne, so möchte ichauch von Herzen wünschen, daß auch ihr es,als euer einiges und beständiges Werk in dieserJubereitungszeit ansehen und ausüben möchtet.

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