Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
4
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Geistliche Briefe.

einige einfältige Anleitung zu geben, so stelleteuch vor, daß der liebe Heiland noch heut und,"alle Tage zu euch spreche: Verläugne dich! ^

selbst , wo du dich findest. Findest du^dich ^

mir Liebe, Lust, Vertrauen in einigem geschaf-fenen Ding außer GOtt; findest du dich mirEigengefalligkeir, und mit Eigenliebe inandern natürlichen, ja auch geistlichen undgöttlichen Dingen; so verläugm: dich selbst.Lebe nicht nach deinem eigenen Sinn, Willenund Lust, sondern handle vielmehr demselbenin allem heiliglich zuwider, in deinem Redenund Thun, Gehen und Stehen, Essen undTrinken, u. s. w. ohne jedennoch vorsetzlichder Gesundheit zu schaden. Derbe ohneUnterlaß um Gnade, Weisheit und Kraft;und nimm dein l^reu; auf dich. Du darfstdir keines selber machen; nimm es nur aufdich; cs wird dir schon vorgeleger werden, ent-weder von der Welt, wann sie dich verachtet,hasset, verspottet, lasiert, mißhandelt und ver-folgt; oder vom Satan, wenn er dich plagetmir Versuchungen, Anfechtungen, bösen Ein-gebungen und Gedanken u. s. w.; oder vonGOtt und seiner Vorsehung durch Schmer-zen, Krankheiten, unzählbare Widerwärtig-keiten, durch geistliche Verbergungen, Ent-ziehung seiner uns empfindlichen Kraft, undandere Prüfungen; oder endlich von dir selbstdurch die Unordentlichkeit deiner CompleMdurch die Verdorbenheit deines Fleisches, durchdas Gefühl deiner Schwachheit undUnbestän-H

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