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Blatt und Wurzel und Keim, nur halb geformet und farblos;
Trocken erhält so der Kern ruhigessLeben bewahrt,
Quillet strebend empor, sich milder Feuchte vertrauend.
Und erhebt sich sogleich aus der umgebenden Nacht.
Aber einfach bleibt die Gestalt der ersten Erscheinung;
Und so bezeichnet sich auch unter den Pflanzen das Kind.Gleich darauf ein folgender Trieb, sich erhebend, erneuet,Knoten auf Knoten gerhürmt, immer das erste Gebild.Zwar nicht immer das gleiche; denn mannigfaltig erzeugt sich.Ausgebildet, du siehst's, immer das folgende Blatt,Ausgedehnter, gekerbter, getrennter in Spitzen und Lheile,Die verwachsen vorher ruhten im untern Organ.
Und so erreicht cs zuerst die höchst bestimmte Vollendung,Die bey manchem Geschlecht dich zum Erstaunen bewegt.Viel gerippt und gezackt, auf mastig strotzender Fläche.
Scheinet die Fülle des Tr>ebö frey und unendlich zu seyn.Doch hier hält die Natur, um mächtigen Händen, die BildungAn, und lenket sie sanft ui das Vollkommnere hin.Mäßiger leitet sie nun den Saft, verengt die Gefäße,
Und gleich zeigt die Gestalt zartere Wirkungen an.
Stille zieht sich der Trieb der strebenden Ränder zurücke.
Und die Stippe des Stiels bildet sich völliger aus.
Blattlos aber und schnell erhebt sich der zärtere Stengel,Und ein Wundergebild zieht den Betrachtenden an.
Rings im Kreise stellet sich nun, gezählet und ohneZahl das kleinere Blatt neben dem ähnlichen hin.
Um die Achse gedrängt entscheidet der bergende Kelch sich.Der zur höchsten Gestalt farbige Kronen entläßt.
Also prangt die Natur in hoher, voller Erscheinung,
Und sie zeiget, gereizt, Glieder an Glieder gestuft.
Immer erstaunst du auf's Neue, so bald sich am Stengel dieBlume
lieber dem schlanken Gerüst wechselnder Blätter bewegt.Aber die Herrlichkeit wird des neuen Schaffens Verkündung.
Ja, das farbige Blatt fühlet die göttliche Hand.
Und zusammen zieht es sich schnell; die zärtesten Formen,Zwiefach streben sie vor, sich zu vereinen bestimmt.