Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
194
Einzelbild herunterladen
 

194

Sie.

Stille saß ich zu Hause. Da blätterte los sich vom ZweigeManche Rose, so auch dorne die Nelke dahin.

Er.

Mancher Jüngling sprach auf dem Platz: da liege» die

Blumen!

Aber die Liebliche fehlt, die sie verbände zum Kranz.Sie.

Kränze band ich indessen zu Haus', und ließ sie verwelken.Siehst du? da hangen sie noch, neben dem Herde, für dich.Er.

Auch so welkte der Kranz, dein erstes Geschenk! Ich vergaß

nicht

Ihn im Getümmel, ich hing neben dem Bett mir ihn auf.

Sie.

Abends betrachtet'ich mir die welkenden, saß noch und weinte.Bis in der dunkelen Nacht Farbe nach Farbe verlosch.

E r.

Irrend ging ich umher, und fragte nach deiner Behausung;Keiner der Eitelsten selbst konnte mir geben Bescheid.

S i e.

Keiner hat je mich besucht, und Keiner weiß die entlegneWohnung; die Große der Stadt birget die Aermere leicht.

Er.

Irrend lief ich umher, und flehte zur spähenden Sonne:

Zeige mir, mächtiger Gott, wo du im Winkel ihr scheinst!

Sie.

Große Götter hörten dich nicht; doch Penia hört' es.

Endlich trieb die Noth nach dem Gewerbe mich aus.

E r.

Trieb nicht noch dich ein anderer Gott, den Beschützer zu suchen ?Hatte nicht Amor für uns wechselnde Pfeile getauscht?Sie.

Spähend sucht' ich dich auf bcy vollem Markt, und ich sah

dich!