Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

177

Herkules ist es nicht mehr, den dir Alkmene geboren;

Seine Verehrung für mich macht ihn auf Erden zumGott.

Schaut er nach dem Olymp, so glaubst du, er schaue nach

deinen

Mächtigen Kniccn; vergib! nur in den Aether nach mir

Blickt der würdigste Mann; nur mich zu verdienen, durch-schreitet

Leicht sein mächtiger Fuß Bahnen, die keiner betrat;

Aber auch ich begegn' ihm auf seinen Wegen, und preiseSeinen Namen voraus, eh' er die Thar noch beginnt.

Mich vermählst du ihm einst; der Amazonen Besieger

Werd' auch meiner, und ibn nenn' ich mit FreudenGemahl!"

Alles schwieg; sie mochten nicht gern die Prahlerinn reizen:Denn sie denkt sich, erzürnt, leicht was Gehässiges aus.

Amern bemerkte sie nickt: er schlich bey Seite; den HeldenBracht' er mit weniger Kunst unter der Schönsten Ge-walt.

Nun vermummt er sein Paar; ihr hängt er die Bürde deS

Löwen

Ueber die Schultern, und lehnt mühsam die Keule dazu.

Drauf bespickt er mit Blumen des Helden sträubende Haare,Reichet den Rocken der Faust, die sich dem Scherze be-quemt.

Sv vollendet er bald die neckische Gruppe; dann läuft er.Ruft durch den ganzen Olymp:Herrliche Thaten ge-schehn!

Nie hat Erd' und Himmel, die unermüdete Sonne

Har auf der ewigen Bahn keines der Wunder erblickt,"

Alles eilte; sie glaubten dem losen Knaben, denn ernstlichHalt' er gesprochen; und auch Fama, sie blieb nichtzurück.

Wer sich freute, den Mann so tief erniedrigt zu sehen,

Denkt ihr! Juno. Es galt Amörn ein freundlich Gesicht.

Fama daneben, wie stand sie beschämt, verlegen, verzweifelnd!Anfangs lachte sie nur:Masken, ihr Götter, sind das!