Diese Gestalten, ich formte sie selbst! Verzeih mir, ich prahleDiesmal nicht; du gestehst, was ich dir sage, sey wahr.Nun du mir lässiger dienst, wo sind die schönen Gestalten,Wo die Farben, der Glanz deiner Erfindungen hin?Denkst du nun wieder zu bilden, v Freund? Die Schule derGriechen
Blieb noch offen, das Thor schlossen die Jahre nicht zu.Ich, der Lehrer, bin ewig jung, und liebe die Jungen.
Altklug lieb' ich dich nicht! Munter! Begreife michwohl!
War das Antike doch neu, da jene Glücklichen lebten!
Lebe glücklich, und so lebe die Vorzeit in dir!
Stoff zum Liede, wo nimmst du ihn her? Ich muß dir ihn
geben.
Und den höheren Styl lehret die Liebe dich nur."
Also sprach der Sophist. Wer widersprach' ihm? und leiderBin ich zu folgen gewöhnt, wenn der Gebieter befiehlt. —Run, verrätherisch hält er sein Wort, gibt Stoff zu Ge-sängen,
Ach! und raubt mir die Zeit, Kraft und Besinnung zu-gleich;
Blick und Händedruck, und Küsse, gcmüthlicke Worte,Sylben köstlichen Sinns wechselt ein liebendes Paar.
Da wird Lispeln Geschwätz, wird Stottern liebliche Rede:Solch ein Hymnus verhallt ohne prosodiiches Maß.
Dich, Aurora, wie kaunt' ich dich sonst als Freuudinn der
Musen!
Hat, Aurora, dich auch Amor, der Lose, verführt?
Du erscheinest mir nun als seine Freuudinn, und weckestMich an seinem Altar wieder zum festlichen Tag.
Find' ich die Fülle der Locken au meinem Busen! das
Köpfchen
Ruhet und drucket den Arm, der sich dem Halse be-quemt.
Welch ein freudig Erwachen, erhieltet ihr, ruhige Stunden,Mir das Denkmahl der Lust, die in den Schlaf uns ge-wiegt! --