Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
156
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Der Gott und die Bajadere.

Indische Legende.

Mahadöh, der Herr der Erde,

Kommt herab zum sechstenmal.

Daß er unsers gleichen werde.

Mit zu fühlen Freud' und Qual.

Er bequem! sich hier zu wohnen.

Läßt sich Alles selbst geschehn. «

Soll er strafen oder schonen.

Muß er Menschen menschlich sehn.

Und hat er die Stadt sich als Wandrer betrachtet.

Die Großen belauert, auf Kleine geachtet,

Verläßt er sie Abends, um weiter zu gehn.

Als er nun hinausgegangen.

Wo die letzten Häuser sind.

Sieht er, mit gemahlten Wangen,

Ein verlornes schönes Kind.

Grüß' dich, Jungfrau! Dank der Ehre!

Wart', ich komme gleich hinaus

Und wer bist du? Bajadere,

Und dies ist der Liebe Haus.

Sie rührt sich, die Zimbeln zum Tanze zu schlagen;Sie weiß sich so lieblich im Kreise zu tragen,

Sie neigt sich und biegt sich, und reicht ihm den Strauß.

Schmeichelnd zieht sie ihn zur Schwelle,

Lebhaft ihn ins Haus hinein.

Schöner Fremdling, lampenhelleSoll sogleich die Hütte sevn.

Bist du müd', ich will dich laben,

Lindern deiner Füße Schmerz.

Was du willst, das sollst du haben,

Ruhe, Freuden oder Scherz.

Sie lindert geschäftig geheuchelte Leiden.

Der Göttliche lächelt er siedet mir Freuden,

Durch tiefes Verderben, ein menschliches Herz.