Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
153
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Eben schlug die dumpfe GeisterstundeUnd nun schien es ihr erst wohl zu seyn.

Gierig schlürfte sie, mit blassem Munde,

Nun den dunkel blutgcfärbten Wein;

Doch vom Weizenbrvt,

Das er freundlich bot,

Nahm sie nicht den kleinsten Dissen ein.

Und dem Jüngling reichte sie die Schale, >Der, wie sie, nun hastig lüstern trank.

Liebe fordert er bepm stillen Mahle;

Ach, sein armes Herz war liebekrank.

Doch sie widersteht,

Wie er immer fleht,

Bis er weinend auf das Bette sank.

Und sie kommt und wirft sich zu ihm nieder;Ach! wie ungern seh' ich dich gequält!

Aber, ach! berührst du meine Glieder,

Fühlst du schaudernd, was ich dir verhehlt.

Wie der Schnee so weiß,

Aber kalt wie Eis,

Ist das Liebchen, das du dir erwählt.

Heftig faßt er sie. mit starken Armen,

Von der Liebe Jngendkraft durchmannt:

Hoffe doch be» mir noch zu erwärmen,

Wär'st du selbst mir aus dem Grab gesandt!Wechse.hauä und Kuß!

Liebesüberfluß!

Brennst du nickt und fühlest mich entbrannt?

Liebe schließet fester sie zusammen,

Tbranen mischen sich in ihre Lust;

Gierig saugt sie seines Mundes Flammen;

Eins ist nur im Andern sich bewußt.

Seine LiebeswuthWärmt ihr starres Blut,

Doch es schlägt kein Herz in ihrer Brust.