Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
135
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Wandrer und Pächterin n.

E r.

Kannst du, schöne Pächtrinn ohne gleichen,Unter dieser breiten Schattenlinde,

Wo ich Wandrer kurze Ruhe finde,

Labung mir, sür Durst und Hunger, reichen?

Si e.

Willst du Vielgereister hier dich laben;Sauren Raam und Vrot und reife Fruchte,Nur die ganz natürlichsten Gerichte,

Kannst du reichlich an der Quelle haben.

Er.

Ist mir doch, ich müsste schon dich kennen,Unvergeßne Zierde holder Stunden!Aehniichkeiten Hab' ich oft gefunden;

Diese muß ich doch ein Wunder nennen.

Sie.

Ohne Wunder findet sich, bey Wandrern,Ost ein sehr erklärliches Erstaunen.

Ja, die Blonde, gleichet oft der Braunen;Eine reizet eben, wie die andern.

Er.

Heute nicht, fürwahr, zum erstenmaleHat mirs diese Bildung abgewvnnen!Damals war sie Sonne aller Sonnen,

In dem festlich aufgeschmückten Saale.

S i e.

Freut es dich, so kann es wohl geschehen.Daß man deinen Mährckenscherz vollende:Purpurseide floß von ihrer Lende,

Da du sie zum erstenmal gesehen.