Lilie.
Das Rbslein hat gar stolzen BrauchUnd strebet immer nach oben;
Docb wird ein liebes Liebchen auchDer Lilie Zierde loben.
Wein s Herze sä lagt in treuer BrustUnd ist sich rein, wie ich, bewußt.
Der hält mich wohl am höchsten.
Graf.
Ich nenne mich zwar keusch und rein.Und rein von bösen Fehlen;
Doch muß ich hier gefangen seyn.
Und muß mich einsam quälen.
Du bist mir zwar ein schönes BildVon mancher Jungfrau, rein und mild:Doch weiß ich noch was Liebers.
Nelke.
Das mag wohl ich, die Nelke, sepn»Hier in des Wächters Garten,
Wie würde sonst der Alte meinMit so viel Sorgen warten?
Im schönen Kreis der Blätter Drang,Und Mohlgeruch das Leben lang»
Und alle tausend Farben.
Graf.
Die Nelke soll man nicht verschmähn.Sie ist des Gäriners Wonne:
Bald muß sie in dem Lichte stehn.
Bald schützt er sie vor Sonne;
Dock was den Grafen glücklich macht.Es ist nicht ausgesuchte Pracht:
Es ist ein stilles Blümchen.