Veilchen.
Ich steh verborgen und gebückt.
Und mag nicht gerne spreche»,
Dock will ich, weil sich's eben schickt.
Mein tiefes Schweigen brechen.
Wenn ich es bin, du guter Mann,
Wie schmerzt mich's, daß ich hinauf nicht kannDir alle Gerüche senden.
Graf.
Das gute Veilchen schätz' ich sehr:
Es ist so gar bescheiden,
Und duftet so schön; doch brauch' ich mehrIn meinem herben Leiden.
Ich will es euch nur eingestehn:
Auf diesen dürren FelsenhohnJst'S Liebchen nicht zu finden.
Doch wandelt unten, an dem Bach,
Das treuste Weib der Erde,
Und seufzet leise manches Ach,
Bis ich erlöset werde.
Wenn sie ein blaues Blümchen bricht.
Und immer sagt: Vergiß mein nichtlSo fühl' ich's in der Ferne.
Ja, kn der Ferne fühlt sich die Macht,Wenn Zwey sich redlich lieben;
Drum bin ich in des Kerkers NachtAuch noch lebendig geblieben.
Und wenn mir fast das Herze bricht,
So ruf ich nur: Vergiß mein nicht!
Da komm' ich wieder in's Leben.