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Das Blämlein Wunderschön.
Lied des gefangnen Grafen.
Graf.
Ich kenn' ein Blümlein WunderschönUnd trage darnach Verlangen;
Ich möcht' es gerne zu suchen gehn,Allein ich bin gefangen.
Die Schmerzen sind mir nicht gering;Denn als ich in der Freyheit ging.
Da halt' ich es in der Nähe.
Von diesem ringsum steilen SchloßLass' ich die Augen schweifen.
Und kann's von hohem ThurmgeschoßMit Blicken nicht ergreifen;
Und wer mir's vor die Augen brächt'.Es wäre Ritter oder Knecht,
Der sollte mein Trauter bleiben.
Ro se.
Ich blühe schon, und höre diesHier unter deinem Gitter.
Du meinest mich, die Rose, gewiß.
Du edler, armer Ritter!
Du hast gar einen hohen Sinn;
Es herrscht die BlumenköniginnGewiß auch in deinem Herzen.
Graf.
Dein Purpur ist aller Ehren werth.Im grünen Ueberkleide,
Darob das Mädchen dein begehrt.
Wie Gold und edel Geschmeide.
Dein Kranz erhöht das schönste Gesicht:Allein du bist das Blümchen nicht.
Das ich im Stillen verehre.