Druckschrift 
1 (1815)
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

nr

Du liebes Kind, komm, geh mit mir!

Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir;

Manch' bunte Blumen sind an dem Strand;

Meine Mutter hat manch' gülden Gewand."

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,Was Erlenkönig mir leise verspricht?

Eep ruhig, bleibe ruhig, mein Lind;

In dürren Blättern säuselt der Wind.

Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?

Meine Töchter sollen dich warten schön;

Meine Töchter führe» den nächtlichen Reih»,

Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dortErlkönigs Töchter am düster» Ort?

Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau:

Es scheinen die alten Weiden fo grau.

Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt,Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt."Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!Erlkönig hat mir ein Leids gethan!

Den: Vater grauset's, er reitet geschwind.

Er hält in Armen das ächzende Kind,

Erreicht den Hof mit Mühe und Noth;

In seinen Armen das Kind war todr.