88
\
einen Schritt gethan, fo kann er nicht gut zurücktre-ten. Manchmal macht blofs eine Malzeit, wo einerunter Freunden zu feyn glaubt: (ich rede hier nichtvon Schmarutzern und Trunkenbolden: fondern vonbiegfamen, gefälligen und zur Freundfchaft geneigtenehrlichen Männern:) dafs ein Schritt gethan wird.Wenige aber haben die EntfchlolTenheit und den Muth,mit Perikle zu lagen : a ) reu ßxfjtov (p'iÄos elptl.
Und auch hier fchon bemerkt der göttliche Plutarchvom Perikle: oti A lotv Jj'iJji eyyus tjhBs. Beller warfreylichgleich anfangs mit Katone zu antworten ; aiax^v fet,Kar Ae, (re, r cv ri^TYjv, a/r«AAayrra< prj ßcvAc/tevcv,ivreuBev v7to T&jv i/AMV vti^itw eAv.eSoit. So mag auch''Mancher in diefe Schlinge feyn gezogen worden , fodafs fie ihn hernach bis ans Altar ihres unterirrdifchenHeiligthums fchleppten, um dort gefunden Men-fchenverftand und Religion abzufchwören.
K) Aber, wie mag Semler, der nicht nur denwahren Urheber diefes myftifchen UnfyItems ift, fon-dern auch Andere dazu abgerichtet und eingeweihethat, auf diefe phantaltifche Vorltellung gekommenfeyn? Mich wundert’s nicht. Denn er hatte ja fchonvorher viel Böfes in der Religion gelüftet und Man-chem den Kopf verdrehet. Überdiefs ift auch diefesbey einem wetterwendifchen Manne nichts feltfames.Unter einer Regierung war diefer Wetterhahn hetero-dox; unter der andern orthodox. Hätte er Auslich-ten gehabt, Mufti zu werden, fo wäre er, in feinemTornifter die drey Griesbachifchen Recenlionen, alsGefchenk an den dafigen Patriarchen, dem das wasNeues war, tragend, zu Fufse nach Konitantinopelgelaufen und hätte lieh dafelbft auf öffentlichem
Mark-
a) Siehe Flu.ta.rch. »ff! Svatcrdas edit. Mo/q. 1777. 13, p. 3*- 34-
6z. 64.