fchen Überfetzungen, auf keine befondere occidenta-lif^he Recenfion des griechifchen Textes kann ge-fchlolfen werden: die Erdichtung der Konltantinopo-litanifchen Recenfion aber gar keinen Grund hat: foüberlalfe ich einem Jeden zu beurtheilen, was vondiefen Recenfionen, die doch, wenn fie diefen Na-menverdienen follen, von Korruptionen unterfchie-den werden mülTen, welches weder bey der Alexan-drinifchen , noch bey der Occidentalifchen gefchehenkann, zu halten fey? Ich könnte, wenn ich Semlernnachahmen wollte, ein ganzes Buch hiervon fchrei-ben. Diefes wäre aber überflüflig, da ich mich zu-mal in der zweyten Ausgabe der .Apoftelgefchichteund den Briefen hinlänglich erklärt, auch dafelbft diePatres genugfam, in Rücklicht ihrer Lesarten, be-kannt gemacht habe.
I) Einem Ieden fällt aber hierbey die Frage ein.Woher kommt es, dafs, da es mit den Recenfionenfo fchwankend und ungewifs ift, indem alle Hypo-thefen davon blofs auf Muthmafsungen und Erdich-tungen gebaut find , dennoch Mehrere diefen Träu-men anhängen? Ich antworte. Viele a ) willen dieUrfache wohl felbft nicht, weil fie nie felblt unter-fucht haben ; viele find Liebhaber vom Neuen undWunderbaren; viele befinden lieh muffiger und ruhi-ger dabey, wenn fie Andern blofs nachfolgen, unddoch dabey als Aufgeklärte angefehen werden; vielenfehlt es bey ihren weitläuftigen Amts-Gefchäften anZeit zur Unterfuchung; viele haben nicht das Ver-mögen,
g) Semler und Griesbach dachten ganz richtig alfo. Dem gelehr-ten Pöbel eine Erdichtung und Luge aufzuheften, ift etwas Leich-tes. Er unterfuclit nicht, kann auch nicht unterhielten. Dergelehrte Pöbel hingegen dachte ganz unrichtig alfo. Semler undGriesbach werden doch wohl die Sache unterfuclit, und jeneTeures, auf die fie lieh berufen, gelefen haben. Man itiufs ihnenalfo Glauben beymellen. Kctxiüv xog&Kuv xaxoi cüd!