Druckschrift 
2 (1815)
Entstehung
Seite
126
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12b

Ach, da standen Blumen an dem Flusse,

Und da waren Farben auf der Wiese,

Gold und Schmelz und Purpur und ein Grünes,Alles wie Smaragd und wie Karfunkel!

Hell und rein lasirt er drauf den Himmel,

Und die blauen Berge fern und ferner.

Daß ich ganz entzückt und neu geborenBald den Mahler, bald das Bild beschaute,

Hab' ich doch, so sagt' er, dir bewiesen.

Daß ich dieses Handwerk gut verstehe;

Doch es ist das schwerste noch zurücke.

Zeichnete darnach mit spitzem FingerUnd mit großer Sorgfalt an dem Wäldchen,G'rad' an's Ende, wo die Sonne kräftigVon dem Hellen Boden wicderglänzte.

Zeichnete das allerliebste Mädchen,

Wohlgebilder, zierlicb angekleidet,

Frische Wangen unter braunen Haaren,

Und die Wangen waren von der Farbe,

Wie das Fingerchen, das sie gebildet.

O du Knabe! rief ich, welch ein MeisterHat in seine Schule dich genommen,

Daß du so geschwind und so natürlichAlles klug beginnst und gut vollendest?

Da ich noch so rede, steh, da rühretSich ein Windchen, und bewegt die Gipfel,Kräuselt alle Wellen auf dem Flusse,

Füllt dcn Schleyer des vollkommnen Mädchens,Und was mich Erstaunten mehr erstaunte.

Fängt das Mädchen an den Fuß zu rühren.

Geht zu kommen, nähert sich dem Orte,

Wo ich mit dem losen Lehrer sitze.