125
Amor ein Landschaftsrnah-ler.
Saß ich früh auf einer Felsenspitze,
Sah mit starren Augen in den Nebel;
Wie ein grau grundirtes Tuch gespannet,Deckr' er Alles in die Breit' und Höhe.
Stellt' ein Knabe sich mir an die Seite,Sagte: Lieber Freund, wie magst du starrendAuf das leere Tuch gelassen schauen?
Hast du denn zum Mahlen und zum BildenAlle Lust auf ewig wol verloren?
Sah ich an das Kind, nnd dachte heimlich:Will das Bübchen doch den Meister machen!
Willst du immer trüb' und müßig bleiben.Sprach der Knabe, kann nichts kluges werden:Sieh, ich will dir gleich ein Bildchen mahlen,Dich ein hübsches Bildchen mahlen lehren.
Und er richtete den Zeigefinger,
Der so röthlich war wie eine Rose,
Nach dem weiten ausgespannten Teppich,
Fing mit seinem Finger an zu zeichnen:
Oben mahlt' er eine schöne Sonne,
Die mir in die Augen mächtig glänzte,
Und den Saum der Wolken macht' er golden.Ließ die Strahlen durch die Wolken dringen;Mahlte dann die zarten leichten WipfelFrisch erquickter Bäume, zog die Hügel,
Einen nach dem andern, srep dahinter;
Unten ließ ers nicht an Wasser fehlen;
Zeichnete den Fluß so ganz natürlich.
Daß er schien im Sonnenstrahl zu glitzern,.Daß er schien am hohen Rand zu rauschen;