Druckschrift 
2 (1815)
Entstehung
Seite
101
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I0l

Und was ihm das Geschick durch die Geburt geschenktMit Muh' und Schweiß erst zu erringen denkt.

Kein liebevolles Wort kann seinen Geist enthüllenUnd kein Gesang die hohen Wogen stillen.

Wer kann der Raupe, die am Zweige kriecht.

Von ihrem künft'gcn Futter sprechen?

Und wer der Puppe, die am Boden liegt.

Die zarte Schale helfen durchzubrechen?

Cs kommt die Zeit, sie drängt sich selber losUnd eilt auf Fittigen der Rose in den Schoß.

Gewiß, ihm geben auch die JahreDie rechte Richtung seiner Kraft.

Noch ist bep tiefer Neigung für das Wahre, Ihm Jrrthum eine Leidenschaft.

Der Vorwitz lockt ihn in die Weite,

Kein Fels ist ihm zu schroff, kein Steg zu schmal;

Der Unfall lauert an der SeiteUnd stürzt ihn in den Arm der Qual.

Dann treibt die schmerzlich überspannte RegungGewaltsam ihn bald da bald dort hinaus.

Und von unmuthiger BewegungRuht er unmuthig wieder aus.

Und düster wild an heitren Tagen,

Unbändig ohne froh zu seyn.

Schläft er, an Seel' und Leib verwundet und zerschlagen.Auf einem harte» Lager ein: ^

Indessen ich hier still und athmend kaumDie Augen zu den freyen Sternen kehre.

Und, halb erwacht und halb im schweren Traum,

Mich kaum des schweren Traums erwehre."

Verschwinde Traum!

Wie dank' ich, Musen, euch'.Daß ihr mich heut auf einen Pfad gestellet.