Druckschrift 
2 (1815)
Entstehung
Seite
100
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O frage nicht! denn ich bin nicht bereit.

Des Fremden Neugier leicht zu stillen;

Sogar verbitt' ich deinen guten Willen;

Hier ist zu schweigen und zu leiden Aeit.

Ich bin dir nicht im Stande selbst zu sagenWoher ich sey, wer mich hierher gesandt;

Von fremden Äonen bin ich her verschlagenUnd durch die Freundschaft festgebannt.

Wer kennt sich selbst? wer weiß was er vermag?Hat nie der Muthige Verwegnes unternommen?

Und was du thust, sagt erst der andre Tag,

War es zum Schaden oder Frommen.

Ließ nicht Prometheus selbst die reine HimmelsglutAuf frischen Ton vergötternd niederfließen?

Und könnt' er mehr als irdisch BlutDurch die belebten Adern gießen?

Ich brachte reines Feuer vom Altar;

Was ich entzündet, ist nicht reine Flamme.

Der Sturm vermehrt die Glut und die Gefahr,

Ich schwanke nicht, indem ich mich verdamme.

Und wenn ich unklug Muth und Freyheit sangUnd Redlichkeit und Freyheit sonder Zwang,

Stolz auf sich selbst und herzliches Behagen;

Erwarb ich mir der Menschen schöne Gunst:

Doch ach! ein Gott versagte mir die Kunst,

Die arme Kunst, mich künstlich z» betragen.

Run sitz' ich hier zugleich erhoben und gedrückt,Unschuldig und gestraft, unschuldig und beglückt.

Doch rede sacht! den» unter diesem DachMuht all mein Wohl und all mein Ungemach:

Ein edles Herz, vom Wege der NaturDurch enges Schicksal abgeleitet,

Das, ahnungsvoll, nun aus der rechten Spur

Bald mit sich selbst und bald mit Janberschatten streitet.