Druckschrift 
2 (1815)
Entstehung
Seite
98
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Die Wolke sinkt, der Nebel drückt ins Thal,

Und es ist Nacht und Dämmrung auf einmal.

Im finstern Wald, bepm Liebesblick der Sterne,Wo ist mein Pfad, den sorglos ich verlor?

Welch seltne Stimmen hör' ich in der Ferne?

Sie schallen wechselnd an dem Fels empor:

Ich eile sacht zu sehn, was es bedeutet.

Wie von des Hirsches Nus der Jager still geleitet.

Wo bin ich? ist's ein Zanbermährchen-Land?Welch nächtliches Gelag am Fuß der Felsenwand?Ben kleinen Hütten, dickt mit Reis bedecket,

Seh' ich sie froh an's Feuer hingestreckek.

Es dringt der Glanz hoch durch den Fichten-Saal;Am niedern Herde kocht ein rohes Mahl;

Sie scherzen laut, indessen bald geleeretDie Flasche frisch im Kreise wiederkehret.

Sagt, wem vergleich ich diese muntre Schar?Von wannen kommt sie? um wohin? zu ziehen.

Wie ist an ihr doch alles wunderbar!

Soll ich sie grüßen? soll ich vor ihr fliehen?

Ist es der Jäger wildes Geisterheer?

Sind's Gnomen, die hier Zauberkünste treiben?

Ich seh' im Busch der kleinen Feuer mehr;

Es schaudert mich, ich wage kaum zu bleiben.

Ist's der Aegyptier verdächtiger Aufenthalt?

Ist es ein flüchtiger Fürst wie im Ardenncr-Wald?Soll ich verirrter hier in den verschlungnen GründenDie Geister Shakspear's gar verkörpert finden?

Ja, der Gedanke führt mich eben recht:

Sie sind es selbst, wo nicht ein gleich Geschlecht!Unbändig schwelgt ein Geist in ihrer Mitten,

Und durch die Rohheit fühl' ich edle Sitten.