Ilmenau
am z. September 1783.
Anmuthig Thal! du immergrüner Hain!
Mein Herz begrüßt euch wieder auf das Beste;Entfaltet mir die schwerbehangnen Aeste,
Nehmt freundlich mich in eure Schatten ein.
Erquickt von euren Höhn, am Tag der Lieb' und Lust,Mit frischer Luft und Balsam meine Brust!
Wie kehrt' ich oft mit wechselndem Geschicke,Erhabner Berg! an deinen Fuß zurücke.
O laß mich heut' an deinen sachten Hohn,
Ein jugendlich, ein neues Eden sehn!
Ich Hab' es wohl auch mit um euch verdienet:
Ich sorge still, indeß ihr ruhig grünet.
Lasst mich vergessen, daß auch hier die WeltSv manch Geschöpf in Crdefeffein hält.
Der Landmann leichtem Sand den Samen anvertrautUnd seinen Kohl dem frechen Wilde baut;
Der Knappe karges Brod in Klüften sucht;
Der Köhler zittert, wenn der Jäger flucht.
Verjüngt euch mir, wie ihr es oft gechan,
Als sing' ich heut' ein neues Leben an.
Ihr sepd mir hold, ihr gönnt mir diese Träume,Sie schmeicheln mir und locken alce Reime.
Mir wieder selbst, von allen Menschen fern.
Wie bad' ich mich in euren Düften gern!
Melodisch rauscht die hohe Tanne wieder.
Melodisch eilt der Wasserfall hernieder;
Eoelhe'S Gerichte. II. Th. H