und der Kirchenordnung der Waldenser. 571
get sie auch, aus genugsam triftigen Ursachen, einen andern Leh-rer , so schlagt sie denjenigen dazu vor, zu welchem sie ihr Ver-trauen hatzdieVersamlung aber prüft die Sache auf das genaue-ste mit aller Weisheit, und williget alsdenn nur in das Gesuchder Gemeine, wenn sie siehet, daß die gesuchte Veränderung au-genscheinlich zu derselben Besten und Erbauung gereiche.
Ist irgendwo eine Pfarr - Stelle erlediget, so ist die Gemei- VonDesor-ne nicht befugt, solche wieder zu ersetzen; es wäre denn, daß sie Su»g r>erKir-die ausdrückliche Erlaubnis dazu von der Kirchen-Versamlung er- "halten hätte: vielmehr ist sie schuldig, dieser zwey oder drey Per-sonen dazu vorzuschlagen, und einen davon Bestätigten zu erwar-ten , mit dem sie denn auch zufrieden zu seyn verbunden ist.
Bey allen Kirchen müssen unterschiedliche gute und wohlbe- «ud Schule«,stellte Schulen seyn, und die Jugend vornemlich in den Hauot-und Grund-Stücken des Glaubens und der Religion wohl undgründlich unterwiesen werden. Da man übrigens in diesen Ge-genden wenig von der Handlung weiß, mithin mit andern Leutenwenig Verkehrung hat: so bekümmert man sich auch eben so gar sehrnicht darum, ob die Kinder schreiben lernen, oder nicht; genug,wenn sie nur gut lesen, die heilige Schrift wohl verstehen, unddabey zu genauer Noth ihren Namen schreiben können-
So gar findet man hier Steuer-Einnchmer, die nicht schrei-ben können , sondern zu Berechnung ihrer Einnahme und Ausga-be sich der Kerbhöltzer bedienen, und dabey die Namen derer, so ,entweder zahlen oder schuldig bleiben so artig aufzuzeichnen wis-sen, daß sie sich so wenig darein verirren können, als wenn siegleich alles auf das sorgfältigste aufgeschrieben und gerechnet hät-ten. Indessen fehlet es doch auch unsern Thälern nicht an einerrecht wohl bestellten algemeinen hohen Schule, zu deren Unter-haltung sie insgesamt das Ihrige beitragen, und dahin sie dieje-nigen zu versenden pflegen, die vor andern etwas am Verständevoraus zu haben scheinen. Hier nun werden diese dergestaltmich in den Gründen der Weltweisheit unterwiesen, daß sie nicht
Cccc 2 erst