55 -
der Waldmsifthen Kirchen.
haft werden können, zeigen werde, schon zur Genüge von demWerth der gantzen Sache urtheilen können.
Was die öffentlichen Zusammenkünfte und die dabey ab-gefasten Schlüsse betrist, so ist aus den Ueberbleibseln ihrer altenSchriften noch so viel zu ersehen, daß ihre Bärte oder Geist-lichen alle Iahr einmal zusammen gekommen, und was ihreUmstände betroffen, in algemeiner Versamlung abgehandelt.Wir haben noch ein alt Italiänisches Manuscript vom Jahr 1587»welches unter andern in der Universitäts - Biblrothec zu Cam-bridge gezeiget wird, und ausdrücklich besagt, daß diese alge-meine Verfainlung schon von viel hundert Jahren her ge-meiniglich im September gehalten worden, und man zürnöftern.indemkleinen Thal von Laos so in dem ThalPra-gelas gelegen, bis hundertund viertzig Geistliche so sich da-hin gefamlet, gezahlet: In eben dieser Schrift findet man auch,daß sie zu allen Zeiten ihre Consistoria gehabt, und überihre Kirchenzucht recht feste gehalten, es wäre denn gewe-sen, daß sie zu den Zettelt der Verfolgungen daran warmgehindert worden: sa, daß sie auch alsdenn ihre Cottsisto-ria heimlich gehalten, und in dem härtesten Winker den-noch zusammen gekommen, wenn der alzuhäufige Schneeihren Feinden die Luft und den Muth sie in den Bergenaussuchen benommen gehabt. Überhaupt predigte zu solchenVersolgungs - Zeiten im Winter ein ieglicher Geistlicher zu Hausevor seiner Gemeine; da sie hingegen im Sommer sich genökhigetfanden, ihre Kirchen vielmal auf den höchsten Gipfeln der Ber-ge, und an solchen Orten, wo ihnen ihre Verfolger nicht so leich»
- te nachkommen tonten, aufzuschlagen.
Einige von diesen Geistlichen begaben fich in den Ehestand,und wollen damit anzeigen, welchergestalt sie das Ehelich werdender Priester nicht für Sünde hielten: andere blieben ünverheira-chet; entweder weil sie die Gabe der Enthaltung gehabt, oderweil sie sonst durch die öftere Veränderungen ihres Aufenthalts ,