und Sitten der Waldenfer. zi?
„daß es ihm hernach nicht mehr schwer fält, von Zeit zu Zeit im„Guten zuzunehmen. Ich habe es selbst mit meinen Augen ge-„sehen, und mit meinen Ohren gehöret, daß ein armer einfältiger„Bauer das gantze Buch Hiob von Wort zu Wortohne einein-„tziges zu verfehlen, auszuwendig herzusagen gewust: viele find„gewesen, so das gantze Neue Testament auswendig gelernt. Se-„hen sie einen der in Sünden lebt, so strafen sie ihn zufolge ihrer„Zucht recht mit Nachdruck, und stellen ihm vor, wie die Apostel„gar nicht so gelebt, folglich sie, so den Aposteln ähnlich seyn wol-„ten, auch nicht so leben müsten.
Sie wollen hiermit so viel sagen, daß wie sie die Lehre derApostel beibehalten hatten, sie auch in Ansehung des Lebens inihre Fussrapffen treten, und sich auch ein heiliges Leben zu füh-ren aus allen Kräften bemühen müsten; sintemalen Christen, nachDer Aussage Jacobi ihren Glauben durch die Wercke zu beweisenschuldig wären. Wenn demnach Henricus Pantaleon im ztenBuche äe kel)u8in LLcIelia Zeüi8, von den Waldenfern, undsonderlich von denen so unten an deri Alpen wohnen, gesagt, daßsie jedesmal puriorem KeliZionem, den reinsten Glauben bei-behalten: so setzt er hinzu, sie hätten dabey zugleich auch so fromund eingezogen gelebt, daß die wahre Gottesfurcht in allem ihremThun und Lassen gar ausnehmend Hervorgeleuchtet, und man siein allen Stücken volkommen gerecht und treu erfunden hätte.Und es mus allerdings ihre Begierde zu dem Worte GOttes garwas vortrefliches gewesen seyn, weil ihr grösser Feind und Ver-folger der Inquisitor Reinerus in feinem wider sie geschriebenenBuche Cap. 5. p.zg. selbst bekennen mus: Valäenl^^ovile-
liamenti'I'extum, LlmaZurrm partem Veteri5 vulxariter lciunt
coräe: Die Waldenfer wissen das gantze Neue Testament,und einen grossen Theil des Alten in ihrer Sprache aus-wendig: Ja er setzt gar hinzu: Sie können es durchaus nichtleiden, daß man ihnen was anders predige und lehre, nam guie-HuiäkrseäiL3tor xer Vetu8Üc>!lovum 'I^eliamentum non xro-
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