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1 (1750)
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516
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516 I.B.ZO.C. Von der Lebms-Art

ftl: und von der Kirche GOttes zu den Zeiten des Neuen Testa-meius heisse es ja ausdrücklich, die Ungerechtigkeit würde der-gestalt nberhand nehmen, und die Liebe so gar sehr erkal-ten, daß wenn des Menschen Sohn kommen würde, erschwerlich noch Glauben finden würde auf Erden.

Ich antworte: es hat nicht nur die unvergleichliche Zucht, sodie Waldenser zu allen Zeiten unter sich beybehalten, vieles zuVermeidung alles unordentlichen Wesens geholfen; sondern diebeständige Betrachtung des gütlichen Wortes, darüber sie unver-rückt gehalten, hat das meiste dazu beygetragen, daß sie in Aus-übung aller darinnen vorgeschriebenen Tugenden und Christen»Pflichten beharlich geblieben. Die vielen Zeugnisse so ich davonbereits angeführt, mögen auch hier das Wort abermals für michreden: eines aber setze ich ihnen wegen seines vortreflrchen Ge-wichts doch noch an die Seite. Wir finden es in einem BucheUlemppri8 des Ioh.Valer Andrea Oml.zz. es ist aus einem altenRömischen Schriftsteller gezogen, und ich theile die Uebersetzungdavon meinen Lesern in folgenden getreulich mit:

Ich will alhier, spricht er, anführen, was ich in einem ur-alten Buche, dessen Verfasser ein Catholicke gewesen, von denWaldensern aufgezeichnet gefunden: Männer und Weiber, klei-ne und grosse, heist es, hören Tag und Nacht nicht auf, zu lehrenund zu lernen: Am Tage unterrichtet der Arbeitsmann, auchmitten unter aller Arbeit seine Mitarbeiter, oder ist begierigvon diesen etwas Gutes zu lernen, und des Nachts unterrichteteiner den andern, so lange sichs thun läst, und der Schlaf sienicht überfält: so weit haben sie es gebracht, daß sie auch ohneBücher Unterweisung geben können: wenn einer eine Wochelang ein aufmercksamer Schüler gewesen, fortheilet er andern schonwieder mit, was er selber erst gelernet hat: finden sie einen, dersich damit entschuldigen will, daß er nicht gut auswendig lernenkönne, so geben sie ihm täglich nur ein einiges Wort auf, undbringen ihm dadurch in einem Jahr so viel schöne Sprüche bey.