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1 (1750)
Entstehung
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515
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und Sitten der Waldenser. 515

ras Gewehr willig strecken, und sich in seinem Gewissen überzeugtfinden solte, entweder öffentlich, oder doch heimlich bey sich zu be-kennen, daß wer allerley Uebels wider sie geredet, darangelogen, und es wahr sey, was Viret im 4 Buche von verwah-ren und falschen Religion, im izCap. pag. 149 schreibt: Habendie Papisten allerley grobe Beschuldigungen wider dieWal-denser auf die Bahn gebracht, so haben sie ihnen allerdingsgrosUnrecht damit gethan, und es inAnsehung dieseral-ten Gläubigen eben so wie ehemals die Heiden in Ansehungder erstell Christen gemacht, die sie ebenfals beschuldigten,daß sie in ihren Versamlungen ihre eigenen Kinder schlach-teten. Es bleibt also bey der Aussage IEsn, daß sie selig sind,wenn sie die Menschen um seinetwillen schmähen und ver-folgen; sie können frölich und getrost seyn, es wird ihnenim Himmel wohl belohnet werden: denn also haben sie ver-folget die Propheten, die vor ihnen gewesen sind. Match. 5.

Aber, möchte hier wohl jemand einwenden und jagen, danichts auf der Welt beständig ist, als blos der Unbestand selber,wie hat es doch wohl möglich seyn können, daß diese Leute bey dereinmal erkanten Evangelischen Warheit immerdar so beständig blei-ben können? durch die Lange derzeit schlage ja alles aufder Weltnach und nach aus der Art, die Erde nütze sich ab, und die Him-mel selbst müssen alle veralten wie ein Kleid: solle denn wohldie Lehre der Waldenser und ihr erstes frommes Leben bis auf die-se Stunde von solchem algemeinen Schicksal frey geblieben seyn?es habe ja GOtt, der Vater aller Gläubigen dem Abraham ver-sprochen, daß er sein und seines Samens GOtt nach ihm seyn wol-le, und gleichwol wisse man, daß eben dieser Same mit der Zeit der-gestalt venvildert und aus der Art geschlagen, daß ob er schon dasZeichen und Siegel des Bundes noch auserlich an seinem Leibe ge-tragen, der HErr JEsns doch schon zu seiner Zeit die Nachkom-men Abrahams nicht mehr für dessen Kindern erkennen wollen,sondern zu ihnen sagen müssen: ihr seyd vorn Vater, dem Teu-

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