?2. Davity.
506 I. B- zo. C. Vor: der Lebms-Art
meiner Liebe und Gelassenheit sie ihren Feinden und Mördern nochin den Jahren iz6o. mrd 1561. entgegen gegangen: wie weit sieauch nur von allen Gedancken der Selbstrache entfernt gewesen:wie sie niemals Böses »nit Bösem, noch Scheltworte mit Schelt-worts zu vergelten gesucht. Grif man sie in ihren unbefestigtenFestungen mit Gewalt an, rmd wurden sie genöthiget Widerstandzu thun, so waren sie schon zufrieden, wenn sie den Feind nur ab-gewiesen , und hatten an seinem Blute, so sie im Nachsetzen ohmMühe harten vergieffen können, keinen Gefallen; vielwenigersuchten sie sich den Sieg auf einigerley Weise zu Nutze zu machen^sondern hielten sich wieder ruhig und still m ihren Thalern. Fluch-te nran ihnen, so segneten sie dagegen: wurden sie gelästert, ge-fthmahet und verspottet, so lobten sie GOtt.
Wann der Geschichtschreiber Davity in dem Beschlus sei-ner Geschichte von Piemont von denWaldensem in den Thä-lern redet, und die Ursachen anzeigen will, warum die Hertzogevon Savoyen sie immer so gelitten (wie sie es denn auch nochferner würden gethan haben, wenn sie nicht fast mit Gewalt vonder päbstischen Clerisey zu ihrer Verfolgung wären gezwungenworden) so spricht er:' Es sey darum geschehen, weil es umgemein gute, fromme und einfältige Leute gewesen, dieihre Steuern und Gaben willig, gerne und richtig abge-führt.
Zur Zeit als Monsieur Birague , königlicher Statthal-ter in der Marggrafschaft Saluzzo war, bekam dieser mitte»unter währenden grausamen Blutbädern, so im Jahr 1572. inFrankreich angestellet wurden, vorn Könige ebenfals Befehldie vomemsten Waldenftr in seinem Bezirck insgesamt tödten zulassen. Er erdfnete solches seinem Rath, der- nicht nur aus denvomemsten Gliedern des weltlichen Standes bestund, sondern indem auch nebst andern Geistlichen der Ertzdechant selbst zugegenwar. Dieser grosse Geistliche war lange nicht so blutdürstig alsdie andern, sondern unterstund sich die Ausübung dieses graust^