zo4 l B. zo. §. Von der Lebensart
hüten, daß ihm nicht darinnen die Wahrheit in folgsnden Wor-ten entfallen: Was ihr Leben und ihre Sitten andetrift,so sind sie vor den Menschen unsträflich, und befleißigensich aus aller: Kräften die Gebote GOtteszu halten. Ogewis ein Zeugnis, so den allertreuesten Zeugen IEfu, diein derersten Kirche bis in den schmählichsten Tod getreu gewesen, nim-mermehr schöner hatte gegeben werden können: zugleich aber auchein Zeuge wider welchen die Römische Kirche nnd Clerisey nim-mermehr etwas einzuwenden vermag.
Es scheint überflnßig zu seyn, mehrere Zeugnisse von demguten Wandel der Waldenfer anführen zu wollen, weilzu ihremRuhme fast nichts mehr kau gesagt werden, was nicht in dem vor-hergehenden schon wäre gesagt worden. Um aber gleichwol de-nen auch noch einiges Genüge zu leisten, so in völliger Ueberzeu-gung von dieser Wahrheit ein gar besonderes Vergnügen finden,und sich nicht leichte satt daran lesen können: so verweise ich diesebegierige Gemüther noch auf die Historie de Serres, unterLudwig 8 ' auf Pauli Perrins Geschichte der Waldenfer undAlbigenser Lib. r. Lax. 5 . auf den Mönch aus den Thälerkvon Serney, auf Iacobum de Riberia , die ivielnoirez äe'I'liouloule, die ^.nnalea äe kourgogne, den bieloZara^, U5-lerium äe Aravill. gMÜ. und cilldere, um alsdenir ohne weiteresGirardl. Bedencken mit Bernardo Girardo , einem guten Catholickenden sichern Schlus zu machen, daß wennmanallesrecht beimLichte besieht, man bekennen müsse, es habe sonst nichtsdiesen guten Leuten den so gar grossen Has des Pabstes,und anderer mit dem Pabst es haltenden Fürsten zugezo-gen, als nur dis einzige, daß sie ihre Laster mit ein wenigalzu vieler Freiheit bestraft, und vornemlich die angezäum-te Lebensart der Geistlichen durchausnicht leiden können:dieses sey eintzig und allein die Ursache des so tätlichenHasses und so vieler entsetzlichen Verläumdungen womitn:an sie aller Orten schwartz zu machen sich bestrebet: und