und Sitten der Maldenser. 50z
behaupten, weil er jene in allen Stucken, sowol was die Lehre
als auch das Leben bett ist, nur blos für Jünger und Nachfolger
von diesen halt. Gefetzt aber auch, es hatte dieser Dominicaner
sein Augenmerck hier nur vornemlich auf die Böhmischen Brüder
gerichtet gehabt, so wird uns der so sehr berühmte Präsident de
Thon auch von den eigentlichen Waldensern, von denen wir hier 7. Tbuani.
handeln, seine Gedancken auf eine nicht minder vortheilhaftige
Weise eröfnen. Er handelt von den Umstanden, in welchen sie
sich noch im Jahr 7560. befanden, und bedienet sich dabey im
27. Buche seiner Historie, unter andern folgender schönen Worte:
Öbkervant OecsIoKi xr^ceyra , guibu8 ReZuIa lanöie 6c xisvivenäi traäitur, omnein 3 le sc lui8c«tibu8 iniguitstem eli-minant; Mcitg8 yejerati0ne8 , xerjuria, 6ir38 imprecatione8,colitume!ia8, rix38, leäitione8, cray^ilam, ebrietatem, 1'corta-tione8, äivjnatioue8, lacrileZia, incantgtione8, türm, ulur38,yr^UiZig, 6c iä Aenu8 alia averttrntur, so toto peclkore 6ete-
üantur: Sie Halter: die zehn Gebote GOttes, darinnen ihrrren die Regel und Richtschnur heilig und from zu lebenvorgeschrieben wird; alle Arten der Ungerechtigkeit sindaus ihren Zusammenkünften verbant, und sie tragen einenernsten und hertzlichen Abscheu für alles verbotene Schwö-ren, Meineid, Fluchen und Schelten, Schimpfen und- Schmähen; alle lose Handel, Streit, Zanck, Empörung,Schwelgerey, Trunkenheit , Hurercy, Wahrsagercy,Kirchenraub, Zauberey, Diebstäle, Wucherey, Gaucke-ley, und was dergleichen lasterhafte Dinge mehr sind,find bey ihnen lauter verhafte Sachen.
Noch mehr. War jemand geschickt diese verirteu Schafe 8- SrlssMwieder zu reckte zu bringen, so war es Claudius Seissel, einhierzu gar ausnehmend begabter Mann, der auch deswegen auseinem Bischof von Marseille, bald Eltzbisckof von Turin undin den Thalern wurde. Dieser schrieb ein Buch, ohngefehr umsJahr izoo. wider die Maldenser , und konte es doch nicht ver-hüten,