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1 (1750)
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502
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§02 I. B. ZO. C. Von der Lebms-Art

vasi'us solches hörte, urtheilte er bald, daß diese Jungfrauvor: der allerunflacigsten Secte der Waldenserseynmüste.Es klingt artig genug, daß dieser vortreffiche Meister aus derkeuschen Antwort dieser Jungfrau Wessen muß, daß sie eine Wal-denjerm sey.

Und über dieser eingezogenen und tugendsamen Lebensarthaben sie zu allen Zeiten dergestalt steif und fest gehalten, daß6. Lielrnsiri- IaxMzS Lielenstenius, ein Dominicaner, und Ertzfeittd derBöhmischen Bruder und ihrer Jünger selbst bekennen muß, wiesie noch immer 6oni in moribu8 äc Vita, verace8 in 8ermo-ne, in cllsrllate fraterna unaniinL8, lsä tantuin i^icies eorunr jncorrjAi!)iIi3, öc yelnma, ut xstuit in trabtatu meo , M

ihrem Wandel und Leben gut, in ihren Reden wahrhaf-tig und ohne falsch, und in der brüderlichen Liebe ein Hertzund eine Seele wären; allein ihre Lehre sey die allerschlim-sie, und liesse!; sie sich darinnen zu ihrer Besserung nichtssagen; wie man solches aus seinem Tractat sehen tönte.Was solle die Schmahsucht nun wohl weiter wider selche Geständ-nisse einzuwenden fähig seyn ? In zwei»' oder dreier Zeugen Mun-de soll ja sonst die Wahrheit allemal bestehen: Und so kan dennauch hier wol kein Zweifel weiter übrig bleiben, da die Zeugensolche Leute siud, wider deren Gültigkeit die Römische Kirche nim-mermehr was einzuwenden vermag. Und was tönte doch wohljemals von den Gläubigen der ersten lauteren Gemeine Christischöneres gejaget werden, als eben dieses: sie sind gut und un-verbesserlich in ihrenr gantzen Wandel, wahrhaftig in Wor-ten, und ein Hertz und eine Seele in der brüderlichen Lie-be unter einander? Die Beschreibung der ersten Christen lau-tet in den Geschichten der Apostel eben so.

Wolle man sagen, Lielenstem rede hier mir blos von denWaldensern in Böhmen, oder von den sogenanten BöhmischenBrüdern, und die Lebensart derer in den Thälern wäre bey wei-tem nichts- unsträflich gewesen; so last sich solches darum nicht

be-