Protestantische Lehre einer Neuerung beschuldigen. 477
Ein nicht weniger vortreflichcs und nachdrückliches Zeugnisvon dieser Wahrheit, ist es was der Cardinal Bettarininus da-von zwar mit wenigen, aber sehr nachdencklichen Worten im zwei-ren Theile seiner Wercke, cap. 26. col.86. ablegt, und womit erdem Alter der Vortreflichkeit und Ausbreitung dieser Lehre mi-ter die Engellander auf eine gar ausnehmende Weise das Wortredet: Wiclef, spricht dieser Cardinal, hat die Lehre der Wal-denser nicht mchr zn bereichern gewust.
Emus weis im 28. Capitel seiner t^ocorum Com. Lu--thern weiter nichts vorzuwerffen , als daß dieser die schon längstverdamten Ketzereien der Waldenser, Albigenser, Wi-clefs und Johann Hustens wieder von neuem aufgewärmt,und legt damit ein offenhertziges Zeugnis ab, daß er die Lehre derProtestanten und Waldenser in der That für einerley halte.
Alphonsus de Castro im sechsten Buche wider die Ketze-reieis, pag. 49. sagt ausdrücklich : Wiclef habe weiter nichtsgethan, als daß er die alten Irthümer der Waldenser vonneuern wieder an der: Tag gebracht.
Johannes von Cardona schreibt in dem Gedichte so er derGeschichte des Mönchs aus den Thalern von Sernay vorgese-tzet, die Secte derer zu Genf könne nichts thun noch vor-nehmen, was die Ketzer, die Albigenser, nicht schon längstvorher gethan.
Und Antonius Ardena von Thoulouse sagt bey ebendieser Gelegenheit: Die Albigenser haben schon zu ihren Zei-ten eben die Ketzereien gehegt, mit welchen unsere saubern.Bruder die Hugonotten (Refoi mitten) ihre Seelen ange-füllt: ihre Absichten und Bemühungen haben alle einer-ley Zweck gehabt.
Eben dieses wird Mitlauftiger in obangeführter Geschichtedes Mönchs aus den Thalern Sernay wiederholt und bestätigt,wenn dieser pag. 172 beweisen will, daß die heutigen sogenan-ten Reformirten in Provence und Languedoc nur Yen al-
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