Druckschrift 
1 (1750)
Entstehung
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441
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aus ihren eigenen Schriften. 44«

Warlich, wenn sie sich auch an diese Wahrheit hatten mache«wollen, hatten sie noch viel verschmitzter als alle Staatsbediemendes alten Emanuel Philiberts, eines der scharfsinnigsten Her-tzoge so jemals Savoyen beherrscht, insgesamt gewesen seyn müsisen. Wir werden im z. Capitel Des folgenden zweiten BucheSden schönen und merckwürdigen Brief in seinem gantzen Zusam-menhange anführen, Den Die armen Waldenser im Jahr rzzy.an diesen ihren Landesfürsten geschrieben. Sie bedienen sich dar-innen unter andern folgender Worte: Eure Durchlauchtig-keit wollen doch in Gnaden erwogen, daß die Religion, zuder wir uns bekennen, nicht ein Merck unserer Hände sey,oder wie man fälschlich vorgeben will, erst vor kurtzerZeiterfunden worden: sondern daß sie eben diejenige sey, zuder sich unsere Vater, Grosvater, Aelter- und Uralter-varer, ja alle unsere Vorfahren von den allerbesten Zei-ten her bekennet ; ja daß es eine Religion sey, die alle hei-lige Martirer und Zeugen der Wahrheitgelehrt, und schonlangst vor uns mit ihrem Blute versiegelt haben, und miteinem Worte, die Lehre der Apostel und Propheten selbst.Ist iernand im Stande uns was anders darzurhun, sosind wir willig und bereit, u. s. w.

Würde so ein Herr wie Dieser Hertzog gewesen, ober alledie um Denselben zu seyn gewürdiget worden , eine so verwegeneAusforderung von solchen armen Leute wohl jemals gelitten ha-ben , wann sowol die Staatsbedienten als auch Die klugen Geist-lichen mit aller ihrer Spitzfindigkeit etwas zusammen zu schmeltzeafähig gewesen waren, womit sie derselben hätten entgegen gehe«können?

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