440 I. B. 26. C. Von dem Alter der Waldensev
ren Beamten und Parlamenten, über gethane Ausdrücke aufge-halten^ sondern dieselben vielmehr einmal wie das andere mit Still-schweigen Übergängen haben; welches ein mehr als zu deutlicherBeweis ist, daß sie in ihrem Gewissen von der Wahrheit de^ Sa-che allerdings müssen überzeugt gewesen seyn; und dis beweisenalle ihre Befehle, Patente und Schlüsse, die sie entweder selbstunterschrieben und ausgefertigtt, oder durch ihre Parlamenten,Rechenkammern und dergleichen haben abfassen und ertheilenlassen; wiesle denn auch wider den andern Bewegnngsqruud,dessen sich diese armen Leute bedienet, um bey dem fernern Ge-uns derjenigen freien Religionsübung gelassen zu werden,zu welcher sie sich von undencklichen Zeiten her, ^
bekam, nemlick, daß sie in dieser freien Relügionsübung schon lange vorher gestanden, ehedieHertzogevon Savoyen noch Herren von Piemom geworden, unddaß sie auch voll diesen weiter niemals was verlangt, alsnur immer bey solchem freien Bekentnis ihres alten Glau-bens gelassen zu werden , an und für sich selbst niemals etwaseinzuwenden gehabt.
Ich habe noch Abschriften von solchen Vorstellungen in Hau-ben, die ich selber aufgesetzt, und da ich die Worte: Om.-wri'chs1i O ch tolchwo k^incipi cli 6w. ehe dik
Hertzoge von Savoyen Herren von Piemom geworden,mir habe eiufliessen lassen. Ob sich nun gleich der Präsident Tristchis, der einer der berühmtesten Staatsmänner gewesen, und sei-ner Geschicklichkeit wegen von einem gemeinen Advocatm, ohnealle Kosten, so damals gewis was rares gewesen, zu der hohenBedienung eines Präsidenten von Turin , und Obermissehersüber alles was die Thäler angehet, erhoben worden, alle Muhevon der Welt gegeben, dieselbe von Anfang bis zu Ende, ja fastvon Wort zu Wort zu wiverleqen: so hat er es dock eben sowenig als der Marggraf von Pianesse gewagt, wider diesenPunct des Alterthums auch nur das allermmdeste einzuwenden.