414 l. B. 24. C. Vorn Zustand der Kirchen
dazu ins Feuer warffen und zu Asche verbrandten, so im Jahrgeschahe. Aber hiermit war es um diese Lehre gleichwolnoch nicht geschehen, sondern es stund wieder ein anderer Zeugeaus seiner Asche auf, der sie mit eben so vieler Gelehrsamkeit undEiser von neuem vertheidigte und weiter fortpflanzte. Dieserhies Esperon, war vorher ein Schüler Arnolds gewesen, unddie Waldenser wurden wiederum nach seinem Namen Efperoni-fteri genenuet. Dieses führt abermals Rorenco in oben ange-zogenem Buche an, und setzt ausdrücklich hinzu, daß man durchdie EsM-onisrenniemand andersals die Waldenser,Heu,ricianer, Pecrobrusianer und Arnoldiften verstehen müsse,denen man zu allen Zeiten gewohnt gewesen, die Namenihrer vornehmsten Lehrer beyzulegen, und sie nach selb:-gen zu nennen; wie man sie denn auch nach den unterschiedlichenOertern und Gegenden, wo sie sich aufgehalten und das meisteAufsehen gemacht, oder wo sich ihre Lehre am meisten eingewurtzeltund ausgebreitet gehabt, zu nennen pflegen; daher denn auch inson-derheit der Name Albigmser, nemlich von der Stadt Albi, derHauptstadt in Languedoc seinen Ursprung genommen. Ja erkan sich so gar nicht einbrechen zu bekennen, daß man sie auchinsgemein die Lombardistm genennet, und dieses darum, weilihr Glaube vornemlich in der Lombards, dahin wie oben ge-dacht, die Thaler von Piemont gehören, Wurtzel gefasst, undsich von daraus durch gantz Italien ausgebreitet; woselbst mansie gemeiniglich Fraticellos auf Italiänisch oder nach ihrer Mut-tersprache Frairots, die Brüderlein genennet, und ihrer damitwegen der ausnehmenden brüderlicher: Liebe und Vertraulichkeit,so sie unter sich hegten, spotten wollen. So heißen sie auch sonstTransmontani , theils in Ansehung derjenigen Thal-Leute, sosich von Alters her nach Provence gewendet, woselbst mau sieAlbigenser genennet; theils weil abermals zur Zeit der grossenVerfolgung und Zerstreuung der Waldenser, so man damals!e§ x.iuvre8 clc l_.iOn, die armen von Lioi! zu nennen pflegte,