M I. B. 2l. C. Des Ertzbischsfs Claudii
nen lauten: Apostolischer: Wahrheit abgefallen. Aus ebendiesem Grunde wollen sie ihn auch nicht mehr für apostolisch gel-ten lassen, sondern sehen ihn als einen solchen an, der da denGlauben der Apostel verleugnet, und den Srul Parieben so besitze, als wie dorten die Schriftgelerten undPharisäer auf dem Stule Mosis fassen: vielmehr haken siesich ausübet alle seine Verordmlngen,Bann-ttrtheile,und angemaß-te Gewalt zu lösen und zu binden, ia über seine gantze vermeinteWürde und Macht, und bekennen es nochmals frey heraus, daßsie mit einem Worte den römischen Glauben für einen fal-schen Glauben halten. Sie gehen hierin,ren ja gar so weit, daß,wie wir solches schon oben berürt haben, der berühmte Geschicht-schreiber und Ertzbischof Genebrard bekennen muß, daß sie schonzu ihrer Zert eben das gelehret, was lange hernach Calvinus gelch-ret, und daher ihre Meinungen gerade heraus Opimones Lalvi-«ittas, Calvinische Meinungen nennet. Hat aber Claudius da-mals noch nicht so, wie hernach Lutherus und Calvinus, wider dieMesse, und diejenige Abgötterey so hellt zu Tage die Reformickndabey bemercken, geschrieben; so ist es daher gekommen, daß solchezu der Zeit noch nicht so volkommen geschmiedet, vielweniger vonder Kirche als ein Glaubens. Artickel allgenommen gewesen, nochauch damals die Leute gezwungen worden, ihre Knie vor der Ho-stie zu beugen, sie anzubeten,ihr besondere Feste zu weihen, u. s. w. wiewir solches deutlich bey dem Nabanus Maurus einem berühmtenKirchen-Lehrer, in seinem Buche cielnüjtutioneLlel-icomm^.I.Lax. Zl. und äeVniverlo live äe ^gturis rcrum l^ib.v. Lsx.n.sehen können.
Inzwischen hat doch auch schon einige Zeit zuvor, nemlichimJahr 840. ein Priester und Mönch, Nahmens Bertramus, oderRatramus, dem Illyricus das Zeugniß giebt, daß er emäim8 kxietate elarus, ein gelehrter und frommer Mann gewesen, als ergesehen, wie einige Römische Lehrer angefangen die Lehre vom hei-ligen Abendmahl zu verfälschen, sich heftig darwider gesetzt, und die
Lauter-