364 I- B. 21. C. Des Ertzbischofs Claudii
„Larnm GOttes genennet, das der Welt Sünde tragt:„warum betet man denn nicht auch die Esel und Lämmer an? ie-„doch sie essen lieber das Fleisch der Lämmer, und verehren denn„gar gerne die Bildnisse davon. IEsus beißt der Löwe von;Stamme Iuda, und der geistliche Felßr so bete man denn„auch die Löwen und die Felsen an: oder auch die Dornen und„Speere, denn IEsus Haupt ist mit Dornen gekrönet, und seine„.Seite mit einem Speere durchstochen worden.
„So lächerlich mm solche Sacken an sich selber sind, so sehr„solte man sie doch lieber beweinen, als viel davon schreiben. Doch„finden wir uns verbunden, sie solchen Narren vorzuhalten, und„recht heftig wider solche steinerne Hertzen loszuziehen, in welche„die Pfeile und Sprüche des gütlichen Worts nicht mehr eiiizu-„dringen vermögend sind: auf solche muß man mit Kieselsteinen„schmeissen. Kehrt doch wieder um, ihr Elenden und Treulosen:„warum habt ihr euch von der Wahrheit entfernt, seyd so eitel„geworden, und Habt das Eitele so lieb? Warum wolt ihr denn„den Sohn GOttes von neuem kreutzigen, sckimpffen und schnnr-„hen? Ihr bringet dadurch die Seelen mit Haussen in die Ge-„meinschaft mir allen Teufeln, indem ihr sie durch euern gotloscn„und verfluchten Bilder kram von ihrem Schöpfer abziehet, und„in die ewige Verdammst stürtzt.
„Anlangende den Vorwurf, den du mir machst, ob hielte„ich das Volck von ihren Wallfahrten nach Rom ab , so l„will ich dich zuförderst selber fragen, ob du gewiß überzeugt ftpst,
„daß nach Rom gehen eben fo viel fey, als wür cklicb Busse thun?
„Ist diefes, warum hast dir dann von fo langen Zeiten her so viel„Seelen lassen verkehren gehen, die du in deinem Kloster einge-„sperret hast, ja die du gar deswegen in demselben aufgenommen„ha i, daß sie darinnen büßen sollen ? Warum hast du stegezwuw„gen dir zu dienen, und sie nicht lieber dafür nach Rom gesandt. i
„Ist es wahr daß nach Rom gehen Busse thun fey, wammbast„du sie davon abgehalten ? Was sagst du zu dem Spruche:, Wer