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1 (1750)
Entstehung
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176
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ry6 ' I-B. IZ.C. Die Lehre der Waldenser

gentheil von diesem oder jenem, was er mit uns vornimmt, unszuträglicher wäre, er dieses Gegentheil auch gewißlich bald er-greiffen wurde. Sollen wir ihm denn nicht unsere Seelen vok-aler Zuversicht freudig unterwerffen, und gewiß versichert seyn,daß er uns auch mitten unter der Züchtigung, von Hertzen liebbehalte? Alle Srhmertzen, Armuth, und was wir sonst zu lei-.,den haben, soll dieses Vertrauen niemals aus unsern Hertzenreisten, oder uns auf die Gedancken bringen, ob würden wirdarum von GOtt gehaßt, oder gar verworffen: vielmehr sollenwir aus diesen, anfiel) selbst sonst harten Schickstilen urtheilen,daß wir, als seine liebsten Kinder, bey ihm in Gnaden stehen.W'.r müssen uns daher gar nicht bey denen aufhalten, denen esrn der Welt allezeit nach Wunsche gehet, und die in dem Irdi-schen ihr eintziges Vergnügen findet!, sondern aufIEfum, denwahren, liebsten und eintzigen Sohn GOttes sehen. Wer hakdoch auf der Welt fo viele, geschweige denn mehr Drangsale,Marter, Armuth und Noth, bis in den Tod ausgestanden, alsdieser? Wie bitter muß diesem nicht der Kelch so vieler Leidengeschmeckt haben, da seine Feinde, als tolle Hunde, ihn ange-, fallen, ihn von allen Seiten geängstiget, und mit den allerhef-, tigsten Schmäh-Worten beleget haben? Wie muß diesem dazuMuthe gewesen seyn, als er mitten unter der grösten Leibes-und Seelen Angst rufen müsse: Mein GOtt, mein GOtt,warum hast du mich, verlassen? Da bey herannahendemEnde seine Seele betrübt gewesen bis in den Tod, und daer unter dem Gebete, daß dieser Kelch, wo es möglich wäre,vorüber gehen mochte, unter dem jämmerlichsten Zittern undZagen, blutigen Schweiß gcschwißet?

Hierauf foll der Krancke gewiesen, und ihm dabey ange-zeiget werden, daß er lange nicht das zu leiden habe, was seinIEsus für ihn ausgestanden, und wie er Urfache habe, seinenGOtt von Hertzen zu daneben, daß er seinen einigen Sohn füruns in fo ein bitteres Leiden und Sterben habe hingeben wollen:

aber