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142 I.B.9.C. Auslegung der Waldenser über
„sellschaft gelitten werden, als ein Verleumder; denn je-„ner raube den: Menscher; nur sein zeitliches Gut, dieser„aber schneide ihm seinen ehrlichen Rainen ab. Ein sol-„cher Mensch ist billig ein Gräuel, beydes vor GOTT und den„Menschen. Die Laster-Zunge zermalmet die Gebeine.
Erklärung des zehnten Gebots.
Laß dich nicht gelüsten u. sw.
Was vorLust^i^n diesem Gebote wird alles verboten was Begierde heißt,verboten wer, „und ein Verlangen nach des Nächsten Haus, Weib,„Knecht, Magd, Vieh, oder alles was er hat, in sich schleußt.„Es beziehet sich demnach dasselbe, theils auf die Allgen- theils„auf die Fleisches-Lust. Diese ist dem Wasser gleich, welches„beständig läuft und niemals müde wird; jene hingegen der Er-iche, wegen ihrer Neigungen die stets mit der Erde verbunden sind.„Wie nun der leibliche Koth aus Erde und Wasser besteht, also„auch der geistliche Unflath der Seele, der den Menschen in den„Augen GOttes verhaßt lind stinckend macht. Dazu kommt„denn noch zuletzt das hoffärtige Leben, welches einem gewalti-gen Winde gleich, in die mir Lüsten angefüllte Seele bläßr, die-selbe auch nicht nur anzündet, sondern nach und nach zu Asche„verbrennt, und endlich als Staub davor» jagt.
Beschluß der Erklärung der zehn Gebote.
Neses sind also die zehn Gebote GOttes im Gesetze, davon
_» „die ersten die Pflichten gegen GOtt, die andern aber die
„Pflichten gegen den Nächsten in sich halten. Aufdie Erfüllung„dieser Gebote kommt die Seligkeit an. Wer sie hält, hat sich„alles des Segens zu getrdsten, den GOtt in diesen Geboten ver-„heissen hat: da hingegen diejenigen, so dieselben übertreten, auch„alle die Flüche, so dw innen enthalten sind, gewiß und wahrhaf-tig treffen werden. 5. B. Mofe 28. Wenn wir unsere Sünden„wahrhaftig erkennen, so werden wir auch gewahr werden, daß
„wir