iz8 I-B. 9 -C. Auslegung-er Waldenftr über
„thun. Luc. 2. Bey alle dem aber, so ehre zuerst deinen Ba-rster im Himmel, der dich erschaffen, und alsdenn deinen Vater„aufErden, der dich gezeuget, und deine Mutter, die dich unter„ihrem Hertzen getragen und auf diese Welt geboren hat, auf daß„du lange lebest auf Erden, und nachdem du im Guten beharret„bis ans Ende, Theil bekommest an dem ewigen Erbe.
Erklärung des sechsten Gebots.
Du solt nicht tödten.
DerEndzweck ^Awar wird in diesem Gebot das Todtschlagen insonderheit, zw
diesesGkbots, gleich aber auch überhaupt alle Beleidigung und Schaden„des Nächsten, verboten, sie bestehe nun worinnen sie wolle.„Dahin gehören so wohl alle Verläumdungen, Schimpf - und„Scbmäh-Worte, als auch alle handgreifliche Beleidigungen mit„Schlagen und dergleichen. Von der ersten Gattung solcher„Beleidigung, so hier unter dem Worte todten begriffen ist, re-ichet der Heiland, wenn er beymMatthäo am zten sagt: Wer„mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig.„Desgleichen Jacobus Cap.i. des Menschen Zorn thut nicht,„was vor GOtt recht ist. Und Paulus zun Ephesern am stten:„Lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.„Wer mit seinem Bruder, ohne Ursache zürnet, der ist des Ge-sichts schuldig: denn ein gerechter Eifer wird keinesweges hier„verboten. Es würde der Lehre der Wah. heit gewiß wenig„Vortheil bringen, wenn man nicht um des Glaubens willen ei-fern dürfte; und wie würde es um die Handhabung der Ge-rechtigkeit und die Bestrafung des Bösen aussehen, wenn man„allen Zorn aus der Welt verbannen wolle ? Ein gerechter Zorn„ist vielmehr eine Mutter der Zucht, uud diejenigen versündigen„sich , die da schweigen, wenn sie mit Eifer reden solren. Eine„««zeitige Geduld ist der Saame, daraus viel Böses erwarbst,„sie nähret die ungebundene Freyheit, und macht, daß so wohl„die Guten als Bösen ihrer Pflicht vergessen. Wird das Böse