LZ 2 !. B. 9- C. Auslegung der Maldenser
„sich demnach nicht gnng venvundern , daß es dennoch Menschen„gibt, die aus Blindheit und wider dieses klare Verbot des„HErm , dergleichen Bilder machen , und denjelbigen diejenige„Ehre und Ehrerbietung, die GOtt allein gebühret, erweisen.
Einwendung. „Man wendet zwar hiergegen ein: Es waren die B'lder„als B ücher der geiner'nen Leute anzusehen ; da sie mchrirr„Büchern lesen tönten , möchten sie an den Wanden le-Antwott. Allein hierauf antwortet der Heyland selbst, ivann er im
„fünften Malthai zu seinen Jüngern sagt: Ihr seyd das Saltz„der Erden: Ihr seyd das Licht der Welt. Das Leben„und der Wandel der Hirten soll das Buch und Vorbild der„Heerden seyn. Und gesetzt, man nähme die Brlder als Bücher„an, so würden es doch nur falsche Bücher und böse Schriften„seyn: Denn wer es dem vor sich habenden Heiligen in der Hei-ligkeit würde nachthun wollen, der würde sich gar bald betro-gen finden, und die Unmöglichkeit davon gewahr werden.„Wir wollen zum Beweis dessen, was wir hier gejagt, das„Bildniß der heiligen Jungfrauen Marien vor uns nehmen.
Wer wolle daran zweiffeln, daß diese gebenedeyete unter den„Weibe.m nicht das allerherrlichste Muster der Demuth , Ar-„muth und Keuschheit gewesen ? und wie wird sie den armen„einfältigen Leuten vorgestellt? In Königlichem Schmuck/und„m der äussersten Pracht und Herrlichkeit. Und nun, was soll„ihnen dieser Anblick für einen Eindruck geben? wird er sie nicht„viel eher zur Hoffart als zur Demuth reihen ? Da nun aber„hellte zu Tage die Priester so wohl als das Volck dem Geitze,„dem Hochmuth, und der Wollust mehrentheils ergeben sind;„was ist es denn wohl Wunder, daß sie gerne auch Bilder ha-„ben, die ihnen gleich sind ? Hier gilts aber, was GOtt durch„den Mund des Königes und Propheten Davids saget: M„meynest du, ich werde seyn gleich wie du.
Anderer Ein- „Andre wollen es besser machen, und sagen: Wir VW-wurf „ehren die sichtbaren Bilder blos zur Ehre des unsichtbar„reu GOttes. »Aber