122 1 . B. 7. C. Auslegung der Waldenser undAlbigenser ^
„wir es nicht in Wollüsten verzehren, und uns deine Strafen da- !„durck zuziehen mögen. Denn der Prophet Ezechiel sagt, daß„leiblicher Neberffuß, Müßiggang und Spielen, Urfach an der„Bosheit, Gottlosigkeit und Sünde Sodoms gewesen: welches„vor GOtt ein solcher Greller gewesen, das; er Feuer und Schwe-fel vom Himmel auf sie-regnen lassen, und ihre Stadt umgekeh-ret hat. Voll dergleichen sündlichem Gebrauch der Leibes Nah-rung redet ein gewisser Weiser also: Weiche Kleider tragen,„und alle Tage herrlich und in Freuden leben, spielen,„müßig gehen, und alzulange schlafen, mästet den Leib,„nähret die Wollust, schwächet den Geist, und führet die„Seele in den Tod: dahingegen ein schlechter Tisch, flcis- >„sige Arbeit, ordentlicher Schlaf, und geringe Kleidung,„reiniget die Seele, zähmet den Leib, todter die Geilheit,„und stärcket den Geist.
„Das geistliche Brodt ist das Wort GOttes. Von die-„sem Brodt sagt der Prophet: Dein Wort erquicket mich: l
„Und der liebste Heiland selbst: Wahrlich, wahrlich , ich sa-„ge euch: Es kommt die Stunde, und ist scholl Letzt, daß„die Todten werden die Stimme des Sohnes GOTTes ', hören , und die sie hören werden , die werden leben. Die ,
- „Erfahrung überzeuget uns von dieser Wahrheit. Wie mau- s„eher, der in seinen Sünden schon todt und erster bell ist, wird ?„nicht durch die Predigt des göttlichen Wortes wieder auferwcckt i„und lebendig gemacht, da er durch dasselbe zur Busse, durch die„Busse aber zum Leben gelanget? Dieses Brodt der heiligen„Schrift erleuchtet die Seele, nach dem Zeugniß Davids, dein„Wort erleuchtet die Seele, und machet klug die Einfall„tigen, das heißt, die Elenden und Ged.müthigten; indem es„ihnen anzeigt, was sie thun oder lassen, fürchten und meiden,„oder Hoffell und ergreiffen sollen. Dis Brodt schmeckt der Seele„süsser als Honig, darum sagt die Sulamith zu ihrem geliebten„Bräutigam im Hoheuliede r Laß mich Hörer; deine Stimme,