LI8 IB- 7. C. Auslegung derWaldenser undAlbigenftr
„ten als Neuen Testament aufgezeichnet stehet, stimmet mit die-sem Gebet, davon wir ietzo handeln, überein: und kein Gebet„kau vor GOtt angenehm und gefällig seyn, so es mcht in dem-selben begriffen ist. So soll demnach ein ieder Christ allen Fleiß„anwenden, das Gebet, welches uns IEstts selbst gelehrethat,, zu lernen und recht zu verstehe».
Warum, und »Es ist aber an dem, das GOtt einet! Gefallen an dem hä-rme GOtt um „ben müsse, den er erhöret, und daß dieser auch das Gute, so erl"beisse!^ „aus der Hand des HErrn empfangen hat, mit danckbarem Her-rchen erkennen solle. Der Undanck ist einem dürren Winde gleich,„der die Quelle der göttlichen Barmhertzigkeit austrocknet. Wenn„du also von deinem GOtt was bitten wilst, so überlege zuvor„bey dir selbst die vielen und grossen Wohlthaten, so du schon von.„ihm empfangen hast. Sind ihrer zu viel, daß du dich nicht auf„alle besinnen, noch sie zahlen kaust , so erinnere dich nur wenig-„stens der eintzigen überschwenglichen Gnade, die er dir verstattet,.„ihn deinen Vater zu nennen. Freylich ist er überhaupt der„Schöpfung nach Vater über alles, was er geschaffen; der„Anordnung nach, weil er iedes an feinem Orte weißlich ge-ordnet hat; der Erhaltung nach, weil er alle Geschöpft„erhalt , und keines davon, folglich auch dich nicht umkommen„laßt. Aber besonders ist er der Vater seiner vernünftigen Ge-schöpfe, vermöge der Erlösung, da er sie durch das theure Blut„seines Sohnes, als eines unbefleckten Lammes, erworben und„erkauft; Er ist es auch, vermöge des Unterrichts, da er sie„durch feine Propheten, seinen Sohn und andere Lehrer unter-richten, und sie wieder auf den Weg des Lebens, davon sie durch„Adams Fall gewichen waren, weiftn laßt: Und dann endlich„auch vermöge der Züchtigung, durch welche er uns noch in die-sem Leben zu bessern sucht, damit wir nicht einmal dort ewig--sterben dürffem
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