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1 (1750)
Entstehung
Seite
117
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des Gebets des HErrn. n?

guten Vorsätze, und in dieser Richtllug des Gemüths beharren,

"denn man könne mit wenig Worten viel beten, wenn das Gebet"ernstlich ist. Viel beten ist daher nichts anders, als mit über-"chüßigen Worten dasjenige fordern, was man zurLeibes Nahrung"und Nochdurft von nöthen hat: oder mit einer langen Anstäw"digkeit und Zuneigung des Hertzens um dasjenige anhalten, was"man gerne hatte: Alles dieses aber laßt sich besser durch Thranei:

,','als Worte bewerckstelligen, sintemalen GOtt, der bis in dasInwendige des Hertzens siehet, sich lieber durch einen Seufzer,

und durch Thränen, so ans dem Hertzen kommen, als durch tau-send Worte erbitten laßt. Allein, heute zu Tage sind die mei-nen den Pharisäern änlich, vor welche Christus dorten seineJünger warnete, ihnen hierin nicht gleich zu seyn. Man den-cket, man würde viel eher erhört, wenn man viel Worte machte,

und so unter dem Vorwand des Gebets viele Zeit vergeblichzubringet. Hiob sagts, und die Erfahrung bestätigt es, daßder Menssh in seinem gantzm Leben nicht immer in einer-ley Gemüths-Beschaffenheit sich befinde, sondern balddieses, bald jenes lieber zu thun geneigt sey: So ist dann.auch niemand im Stande, Tag und Nacht unverrückt im Gebetauszuhalten, es sey denn, daß er darinnen durch eine gantz auf-serordentliche Gnade GOttes unterstützet werde. Ist aber das HertzensHertze nicht bey dem Gebet, so gehet die Zeit, so man darüberanwendet, verlohren, und das Gebet ist umsonst. GOtt ver-langt auch über dieses, von denen, so ihm dienen sollen, noch an-dere Pflichten, die theils auf das Leibliche, theils auf das Geist-liche gerichtet sind, und womit der Mensch entweder für sichselbst, oder für seinen Nächsten etwas gutes schaffen, dabey aber"öas Heche beständig zu GOtt gerichtet haben soll, Wer dem-nach sein ganhes Wesen nach dem Willen und Worte GOtteseinzurichten sich bestrebt, der ist in einem immerwährenden Ge-bete begriffen. Alles was wir gutes thun, hat die Eigenstbaf-ten eines Gebets an sich. Alles Gebet aber, das sowol im Al-

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