46 I. B. 2. Cap. Von dem eigentlichen Ursprünge
^geschweige«, daß obgedachte Lehre erst lange Zeit darnach indie erstbemeldte Thaler eingeführet worden, nachdem man dieje-nigen, so in den Thälern zwischen Italien und Frankreich woh-„eten, schon lange vorher die Waldenser oder Thal-Leute zunennen gewohnt gewesen. Wenn demnach nur schlechthin, undohne fernern Zusatz von denen Thalern die Rede ist, so werdenallemal die Piemontesischen und andere benachbarte einig undallein darunter verstanden.
, Wie nun diese Gegenden vor allen andern mit dem Namender Thäler beleget worden: also sind auch nur deren Inwoh-ner vor allen andern von denselben Thal-Einwohner benennetworden; und dieses auch sogar, nachdem man angefangen hat,unter dem Namen der Waldenser oder Thal-Leute eine gewisseReligion zu verstehen, welche, wie die Italiäner, so in ihrem Eiferdoch etwas gemäßigt sind, zu reden pflegen, der Lehre der Römi-schen Kirche zuwider ist. Wobey man denn sonderlich Ursachehat, die gütige Vorsorge des Allerhöchsten zu bewundern, als deres so geschickt, daß überhaupt alle Thäler, so insgemein unterdiesen Namen verstanden werden, von undencklichen Zeiten hermit lauter solchen Leuten besetzt gewesen, so die wahre Lehre desEvangelii von ihrem Ursprünge an bis daher rein und lauter bey-behalten haben.
§. XXIV.
Aus denen bisher angeführten Ursachen ist es endlich gar soMitgekommen, daß, nachdem durch das Wort Waldenser,mehr ihre Lehre, als die Gegend ihrer Wohnungen verstandenworden, man diesen Namen nachgehends allen denjenigen beyge-leget, so sich zu ihrer Religion bekennet haben; daß man also inallen Ländern Waldenser angetroffen, wie davon Frankreich,Italien, Deutschland, Engelland, Böhmen, und andere Länderzeugen müssen.
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