24 Vorrede.
und der gewissenhaftesten Beobachtung und Anwendung ihrerWarheiten geschöpft/ unmöglich aus irgend einer andern Quelleder Nachamung reizender Beispiele und glänzender Muster an-gesehener Leute/ oder der Ausbesserung der Vernunft und Sittendurch gute Künste, Wissenschaften/ Gesetze und Verfassungen,mit einiger Begreiflichst und Erweislichken herleiten. Folglichmus diese Wirkung allein dem von ihnen aufs geflissentlichste ge-brauchten Worte GOttes in der heil. Schrift zugeschrieben/ undzugleich nicht nur als ein Beweis der Kraft desselben angesehenwerden, die mehr ausrichten kan, als durch Wissenschaften oderirgend eine anderweitige Sittenlehre jemals möglich gewesen:sondern auch darthun, daß sowol der Inhalt der heil. Schriftder Zurechtbringung, Glückseligkeit und Wolfart der Menschenvolkommen gemäs, ja dazu allein hinlänglich und unentberlich sey;als auch die Versicherungen und Zusagen derselben die zuverläs-sigste Richtigkeit haben, daß die Furcht des SErrn der Weis-heit Anfang sey, daß das Zeugnis des SErrn gewis sey,und die Albern weise mache, daß GOtt feinen Geist jedermangebe, der ihn darum bittet, und diese Salbung diejenigen, so anseinem Worte bleiben, alles lehre, indem die von GOtt ein-gegebene Schrift nütze ist zur Lehre, zur Strafe, zur Besse-rung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein MenschGOttes sey volkommen zu allem guten Werk geschickt.
Siernächst mus jederman, der auch nur aus der Vernunfteine regelmäßige Ordnung in der Welt und eine götliche Regie-rung erkennet, folglich auch eine Belonung und Bestrafungmenschlicher Handlungen, oder eine Uebereinstimmung des nach-folgenden Zustandes mit dem vorhergehenden, ohne welche keineVerbindlichkeit und Sitlichkeit vernünftiger Gelchöpfe, ja keineGlückseligkeit und Ordnung in der Geisterwelt stat finden kan,so wenig als die Körperwelt ohne Bewegungsgefetze und Gleich-gewicht bestehen mag; aus dem Anblick dieser Schicksale deräusserst genushandelten und häufig unterdrückten Unschuld dm